»Im ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts platzte eine derart geballte Energie ins geistige Leben Ungarns, wie sie in keinem Verhältnis zur Situation des Landes, zu seiner Bevölkerungszahl, zu seinen wissenschaftlichen oder philosophischen Leistungen, ja nicht einmal zu den Ergebnissen auf anderen Gebieten der Literatur stand. Ehedem verkörperten einzelne Sterne die ungarische Dichtung — mit der großen Generation des Nyugat aber erschien ein ganzes Sternensystem am Himmel, eine auch in ihren Gegensätzen einheitliche ungarische Plejade. Und dieser ersten Plejade folgte die zweite, und jener das Sternbild der dritten Generation. Selbst nach dem zweiten Weltkrieg flaute die verschwenderische Fülle nicht ab: Aus Not und Elend, zwischen Ruinen traten fähige junge Dichter hervor.« — So bezeichnende Worte zum Entwicklungsgang ungarischer Dichtkunst im zwanzigsten Jahrhundert fand István Vas, selbst einer jener Poeten, die den hohen Rang moderner ungarischer Lyrik begründeten. Davon legen in dieser bislang größten deutschsprachigen Auswahl fünfunddreißig Dichter Zeugnis ab.

Ungarische Lyrik

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