Uwe Gressmann

Die Zahnbürste

Schmier ich dich an
Mit einer Wurst so weiß,
Du kleines Ding,
Polierst du mir das Mundwerk.

Und ich hab dann Haare auf den Zähnen:
Deine Borsten.
Nimm dich in Acht,
Daß ich dich nicht zerbreche.

Dich habe ich durchschaut,
Deinen Stiel aus Perlon,
Der mir im Gesicht stochert;
Ja, da bist du auf der Höhe

Des Bechers, meiner Mundhöhle,
Und rührst das Wasser um,
Das ich nicht mehr halten kann,
Die Spülung mit Pfefferminzgeschmack.

In die Tiefe stürzt der Strahl,
Schäumt da unten wie ein Meer.
Da fällst du auch noch auf die Erde;
Gott, wie du daliegst!

Aber du bist ja bloß eine Zahnbürste,
Da ist das nicht so schlimm.
Und ich heb dich auf – auch für später;
Na warte: da schmier ich dich wieder an.



Trost

Ziehen viele in
Andere Straßen
Auch, weine nicht.

Altes Haus, ich
Bleibe noch.

 

Uwe Gressmann

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