Gábor Garai, * 1929, Ungarischer Dichter

Die Verse dieser Auswahl, entstanden zwischen 1956 und 1980, präsentieren ihren Verfasser, den 1929 geborenen Gábor Garai, als einen impulsiven Lyriker voller Temperament und Beredsamkeit, denen sich kaum ein Leser entziehen kann — wenn er von seiner Heimatstadt Budapest schreibt, dieser »Lust und Marter«, die ihn »festhält wie ein Magnet«, von seinen »sektfarbenen Bädern«, dem »frischen Rauhreifzucker seiner morgendlichen Straßen«, seinen Vagabunden und den »Klatschmohnröckchen« seiner leichten Mädchen; wenn er vehement zu Felde zieht gegen die Pharisäer, die auf Sitzungen versessenen Bürokraten, gegen »der Phrasen künstliche Besamung«, gegen die »Atemnot in Meeren staub-muffigen Papiers«; wenn er an die Aktivität und an die schöpferischen Fähigkeiten des Menschen appelliert; und wenn er schließlich immer wieder den südlichen Sommer heraufbeschwört, sein Licht, seine Farben, seine Düfte, seine »Insignien«: Trauben, Tomaten, Melonen, Löwenmaul, Dahlien, Wein wie in dem Gedicht, das unserem Band den Titel gab und das in der Verheißung gipfelt: »Es wird ein großer Herbst mit reicher Lese sein. «

Gábor Garai

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