Uwe Gressmann
1933 - 1969
Deutscher Dichter

Als ich seine ersten Verse las und vorlas, hatte mich Uwe Greßmann in Verlegenheit gebracht. Man empfindet Verlegenheit vor jemand, den man nicht einer Richtung, einer Tradition zuordnen kann und dessen eigenständige Begabung man gleichzeitig stark empfindet. Ich gehöre nicht zu den Etikettenklebern, aber es ist mir schon ganz recht, wie anderen auch, wenn ich mich in jemand ein wenig auskenne, wenn ich sagen kann, ‚das hier hat er von dem da‘ und ‚dieses geht auf jenes zurück‘. Nichts derartiges ließ sich von Greßmanns Gedichten sagen. Sie waren einfach da, merkwürdig, schrullig, manchmal komisch, ein bißchen unheimlich. Dabei waren es nicht etwa verstiegene Produkte, sie waren ohne Ambition, sie waren hiesig, heutig, plebejisch, Gedichte aus Berlin oder aus Berlins Umgebung. Mit einigen dieser Gedichte kann ich nichts anfangen, viele gefallen mir, manche sind wundervoll. (Stephan Hermlin)

Franz Fühmann
1922 - 1984
Deutscher Dichter

Franz Fühmann befaßt sich (in diesem Buch) in umfassender und fesselnder Weise mit unserer Sprache. Er fragt nach ihrem Ursprung, nach ihren Gesetzen und Leistungen. Der Reichtum unserer Sprache wird sichtbar, ihre Fähigkeit, Verschiedenartiges auszudrücken: Sinn und Unsinn, Öffentliches und Verschwiegenes, Frage, Antwort, Ausruf, Spaß und Ernst, Erhabenes und Albernes, Poesie und Wissenschaft. Sie vermag Kurioses zu bieten, Witz, Spiel, Überraschung.

Wichtige Werke (natürlich unvollständig):
Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel, Kinderbuchverlag Berlin
Erfahrungen und Widersprüche, Hinnstorff Verlag Rostock
Zweiundzwanzig Tage oder die Hälfte des Lebens, Hinnstorff Verlag Rostock
Essays, Gespräche, Aufsätze, Hinnstorff Verlag Rostock

Bertolt Brecht
1898 - 1956
Deutscher Dichter

I
Sehet die Jungfraun und sehet die Blüte!
Seht sie am Morgen im herrlichen Mai!
Betet zu Gott, daß er sie behüte
Ist sie gepflückt, dann ist sie vorbei.

(Bertold Brecht: Gedichte über die Liebe)

Rainer Kirsch
*1934
Deutscher Dichter

Wie fungiert Sprache in der menschlichen Gesellschaft? Gibt es eine besondere Sprache der Poesie? Welchen Ursprung und gesellschaftlichen Sinn hat Poesie? Was bedeutet Rhythmus für den Menschen? Wie entsteht die poetische Mitteilung, und wie kann der Leser sie erschließen? Aus der Erörterung dieser Grundfragen entwickelt Kirsch seine Auffassung einer adäquaten, nämlich funktionalen Übersetzung. Sowohl durch seine Systematik als auch durch zahlreiche Exkurse und die Fülle an Beispielen und Detailbeobachtungen trägt der Essay zu besserem Poesieverständnis bei. Der Autor, selbst verwickelt in die Geschäfte des Dichtens und Nachdichtens, wendet sich ganz dem Leser zu. Er macht ihm Mut zum Umgang mit Gedichten, die sich jedem erschließen, der durch Lektüre und Analyse die notwendigen Kenntnisse und eine spezifische Sensibilität erwirbt. Ein optimistischer Text also, der sich nicht auf die Position des Eingeweihten zurückzieht. Ein Text, der Maßstäbe setzt, aber keine Grenzen zieht. (Rainer Kirsch: Das Wort und seine Strahlung)

Attila József
11.4.1905 - 3.12.1937
Ungarischer Dichter

Ode

1
Hier sitz ich auf schimmerndem Fels.
Ein Hauch des jungen Sommers
schwebt leicht
wie die Wärme eines behaglichen Abendbrots.

An die Stille gewöhn ich mein Herz,
um mich wird es leer...
Nun staut sich in mir was seit langem entschwand,
ich neige den Kopf und es hängt meine Hand
schwer.

 

Zeichnung von Ferenc Erdelyi

 

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